Tierheim Gütersloh sah sich im Juni mit gleich 24 Welpen auch einer Beschlagnahmung des Zolls konfrontiert. Wie so oft wurden die Winzlinge viel zu früh von ihren Müttern getrennt und hatten natürlich auch keinerlei Impfschutz - schon in den ersten Tagen nach Aufnahme verstarben 8 der Welpen trotz aller Bemühungen an Parvovirose, einer Infektionskrankheit, gegen die es eine Impfung gibt.
Einer der größten Umschlagplätze für diese Welpen ist das Internet und solange es Käufer gibt, wird auch produziert werden. Wer hier "bestellt" ist mitverantwortlich für das Elend der Welpen und der dazugehörigen Hundemütter, die oft unter unbeschreiblichen Bedingungen Wurf um Wurf produzieren müssen. Und dennoch gelingt es vielen, all das und das Wissen um Krankheiten sowie unzählige Todesfälle trotz kostspieliger Behandlungen zu verdrängen und einfach nur das süße Welpengesicht zu sehen - zu vermeintlich unschlagbar "günstigem Preis". Dasselbe gilt natürlich auch für die Tiermärkte, die es in manchen Urlaubsländern noch gibt, da wird trotz bester Vorsätze mancher schwach oder auch zum Retter des einen herzigen Hundebabys. Doch was immer auch die Motivationslage sein mag, der Händler hat sein Ziel erreicht, nämlich Absatz und somit geht das Elend weiter. Übrigens ganz wichtig bei Urlaubsrettungen jenseits der Staatsgrenze: behalten Sie die Einfuhrbestimmungen im Hinterkopf, sonst ist unter Umständen an der Grenze die gesamte Erholung perdu - neben einem Chip, dem EU-Ausweis benötigt das Tier vor allem eine gültige Tollwutimpfung und die muss mindestens 28 Tage her sein, was meist mehr ist als die Dauer eines Urlaubs.
Und sollte es Ihnen, was in größeren Städten durchaus möglich ist, passieren, dass Sie irgendwo wen stehen sehen, der Welpen aus Pappkartons oder Taschen heraus verkauft, greifen Sie zum Handy und informieren Sie die Polizei. Diese wird, wie unlängst in Regensburg, wo Streifenpolizisten in der Innenstadt Rumänen entdeckten, die Welpen aus einem Pappkarton heraus zum Verkauf anboten, die Kleinen beschlagnahmen und in ein Tierheim bringen. Die Beamten gehen in solchen Fällen auch sehr gründlich vor, ihnen entging in Regensburg nicht einmal das Hundebaby, das eine Frau in ihrer Handtasche hatte. Die Verkäufer der Tiere wurden wegen Verletzung der Einfuhrbestimmungen und wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt - dass das kaum abschreckende Wirkung haben dürfte steht außer Frage.
Bevor nun der Eindruck entsteht, das Geschäft mit den Welpen finde ausschließlich im Ausland statt, dem ist nicht so. Das Tierheim Bayreuth hat aus einer Beschlagnahmung zwei Huskydamen und insgesamt 10 Welpen aufgenommen, die von ihrem "Züchter" in desolatem Zustand beim Verlassen des Anwesens zurückgelassen wurden. Einer der letzten Welpenkäufer, der die Besitzer dort noch antraf, hatte bei Rückkehr in seinen Heimatort die dortige Polizei über die seiner Ansicht nach tierschutzrelevanten Zustände in Bayreuth informiert und diese behördenintern weitergegebene Information hatte dann zu einem Vorort-Termin geführt. A propos Beschlagnahmung, auch der Tier- und Umweltschutzhof Geißblatthof sucht neue Zuhause für mehr als ein Dutzend Huskys aus einer Sicherstellung, darunter ebenfalls mehrere Jungtiere.

Text mit freundlicher Genehmigung der Nothilfe für Polarhunde e.V.

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