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Unseriösen Welpenhandel stoppen
"Wühltischwelpen - nein Danke!" Drei Tierschutz-Organisationen haben das Jahr 2010 zum Jahr "Gegen den unseriösen Welpenhandel" erklärt und wollen durch ihre Aufklärungsarbeit die Nachfrage stoppen.

Trauriges Leid: Tierschutzvereine warnen vor Welpenkäufen aus Vermehrerstationen.
 
Der Handel mit Welpen aus unseriöser Zucht ist nach wie vor ein Geschäft, mit dem Geld verdient wird. Welpen sogenannter Vermehrer wachsen nicht unter artgerechten Bedingungen heran. Sie werden medizinisch nicht ausreichend versorgt und viel zu früh von ihrer Mutter getrennt - in Deutschland ist die Abgabe von Welpen laut Tierschutz-Hundeverordnung erst nach der achten Woche gestattet.

Zu Niedrigpreisen finden sie ihre Abnehmer im In- und Ausland auf Märkten, Parkplätzen, aus Kofferräumen oder Kartons - doch was sich zunächst als "Schnäppchen" darstellt, endet in vielen Fällen tragisch. Die Welpen sind zu jung, unterversorgt, krank oder traumatisiert. Gesundheitliche Probleme oder Verhaltensstörungen sind vielfach die Folge der unseriösen Aufzucht.

Hinter dem Welpenhandel stehen Vermehrer, die nicht aus Liebe zum Tier züchten. Heinz Wiescher, Präsident des Europäischen Tier- und Naturschutz e.V., kritisiert: "Beim Geschäft mit der Ware Hund zählt nur die Profitmaximierung. Aus Profitgier werden die Tiere nicht geimpft, schlecht genährt und viel zu früh von der Mutter getrennt. Die Folge: Die meisten Welpen sind krank, leiden ihr Leben lang unter den Folgen dieser tierquälerischen Behandlung oder sterben jämmerlich noch im Welpenalter."

Häufig nutzen die Händler den Mitleids-Faktor der Welpen zu ihrem Vorteil und geben Käufern das Gefühl, sie hätten einen Hund gerettet. Seriöse Tierschutzvereine raten jedoch dringend davon ab, Welpen aus Vermehrerstationen zu kaufen. "Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie mit ihrem Mitleidskauf das grausame Geschäft mit den Welpen erst anheizen", erklärt Dieter Ernst vom Europäischen Tier- und Naturschutz e.V. Denn es gilt das Prinzip: Wo eine Nachfrage, da auch ein Angebot.

Der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. (ETN), TASSO e.V. und der Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt) haben das Jahr 2010 zum Jahr "Gegen den unseriösen Welpenhandel" erklärt und die Kampagne "Wühltischwelpen - nein Danke!" gestartet. Durch Aufklärungsarbeit wollen die drei Organisationen die Nachfrage stoppen und den Markt für unseriöse Vermehrer stilllegen. Teil dieser Initiave ist ein Aufklärungsfilm, der die Umstände der Welpenaufzucht zeigt und deutlich macht, welche Konsequenzen der Kauf von Welpen aus unseriösen Zuchtstätten hat.



Den kompletten Aufklärungsfilm Teil 1-3 sehen Sie hier:
TASSO-Aktion "Wühltischwelpen - nein Danke!"


Weiterhin haben die drei Organisationen eine Check-Liste für Welpen-Käufer erstellt, mit deren Hilfe Sie unseriöse Züchter erkennen können:
Sehen Sie das Muttertier?
Lassen Sie sich das Muttertier unbedingt zeigen. Bei unseriösen Händlern werden Sie es nicht zu Ge­sicht bekommen. Wenn doch, beobachten Sie, ob es liebevoll mit den Welpen umgeht, ob sie die Kleinen säugt. Haben Sie den Ein­druck, dass es sich um die eigenen Welpen handelt? Verstösst das Muttertier den Welpen, hat es kein Interesse an ihm, entfernt es sich von ihm? Dann können Sie davon ausgehen, dass es sich nicht um die leibliche Mutter handelt. Der Welpen­händler präsentiert Ihnen eine Alibi-Hündin. Keinesfalls kaufen!

Der Preis
Für einen Rassehund von anerkannten Züchtern zahlt man ab 600 Euro und mehr. Alles, was deutlich darunter liegt, ist nicht marktüblich und daher unseriös. Erkundigen Sie sich bitte auch beim Verband für das Deutsche Hundewesen: www.vdh.de

Wo und wie wird verkauft?
Auf Parkplätzen, Märkten, dreckigen Höfen? Aus dem Bus, Koffer­raum, Pappkarton oder Drahtkäfig her­aus? Ein weiteres Indiz für Welpenhandel. Vorsicht auch bei Angeboten im Internet!

Stellt der Verkäufer Fragen?
Ein seriöser Züchter möchte wissen, in welche familiären und häuslichen Verhältnisse der Welpe kommt. Werden keine Fragen gestellt, geht es nur ums Geldverdienen.

Gibt es einen Kaufvertrag?
Wenn ja, enthält er Namen, Adresse und eine Haftung des Verkäufers? Ist der Kaufpreis genannt?

Wie sehen die Welpen aus?
Sind die Kleinen dünn oder durch Würmer aufgebläht? Liegen sie apathisch in der Ecke oder zeigen ein ungewöhnliches Verhalten? Ist das Fell dreckig und stumpf? Fiepen die Kleinen oder geben sie sogar keinen Laut von sich? Steht Wasser und Futter in der Nähe?

Das Angebot
Wie viele Rassen hat der Händler im Angebot? Bei mehr als 2 Rassen und mehr als vier Würfen im Jahr ist äußerste Vorsicht geboten. Hier handelt es sich nicht um Züchtung, sondern um Welpen­vermehrung, die größtes Tierleid zur Folge hat.

Die Verhandlung
Möchte der Händler Sie mit Begriffen wie "Ratenzahlung, Rabatt, Lieferung frei Haus, Verhandlungssache" bei der Kaufentscheidung beeinflussen, können Sie in der Regel davon ausgehen, dass Sie es mit Hunde­­­händlern der übelsten Sorte zu tun haben. Diese Händler drängen auf einen schnellen, sofortigen Abschluss, ein weiterer Besuch ist nicht erwünscht.

Weitere Informationen zur Aktion "Wühltischwelpen - nein Danke!", kostenlose Flyer und Erfahrungsberichte erhalten Sie unter www.tasso.net
 
Mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift DOGS

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