Ich wollte euch dies aus einem Infobericht der NfP (Nothilfe für Polarhunde) nicht vorenthalten, denn besser ist`s zu wissen auch wenn es unsere Hunde hoffentlich nicht betrifft.

von einer älteren Chow-Chow-Mix-Hündin, die bei einem anderen Tierschutzverein angelaufen ist. Bei ihr war ein sporadisch auftretendes merkwürdiges Atemgeräusch vernommen werden, das von der Erstbeschreibung her dem "Reverse-Sneezing" ähnelte und uns feststellen ließ, dass wir dazu gar nichts auf der homepage haben. Im Fall der älteren Hundedame stellte sich übrigens in den Folgetagen heraus, dass beide Nasennebenhöhlen vereitert waren und die Ursache dafür wohl hauptsächlich in massiven Zahnproblemen liegen dürfte, was Antibiotika fürs erste und eine Zahnsanierung als nächstes als Behandlung nahe legte. Die Infos zum Reverse-Sneezing haben wir aber trotzdem zusammengetragen, denn gerade wenn es zu Unzeiten (spät abends, nachts, an Wochenenden oder Feiertagen) auftritt, kann es einen Hundebesitzer, der es zum ersten Mal erlebt, leicht in Angst und Schrecken versetzen.

Beim Reverse-Sneezing, auch umgekehrte Niesen oder Rückwärtsniesen genannt, handelt es sich um kräftiges, anfallartiges Einatmen von Luft durch die Nase, dessen genaue Ursache noch nicht eindeutig abgeklärt ist. Das dabei entstehende Geräusch hat Ähnlichkeit mit einem Husten (oder auch dem vom Menschen her bekannten Hochziehen von Nasensekret oder einer Art Schnarch-Geräusch), ist jedoch in seiner Gesamtheit mit der dabei eingenommenen Körperhaltung (lang gestreckter Hals, hervortretende Augen, abgespreizte Ellbogen) für Besitzer nicht selten so besorgniserregend, dass die betroffenen Tiere häufig als Notfälle beim Tierarzt vorgestellt werden.

Da die Anfälle von Reverse-Sneezing meist nur von kurzer Zeitdauer sind und in der Regel kaum mehr als ein bis zwei Minuten dauern, ist bei der Untersuchung durch den Veterinär oft keine konkrete auslösende Ursache mehr zu finden. Es gibt allerdings Fälle, in denen das Reverse-Sneezing durch ein etwas zu langes Gaumensegel ausgelöst wird, das in manchen Momenten den Kehlkopf reizt. Ein weiterer möglicher Auslöser ist eine Entzündung im Bereich des Rachens (Pharyngitis) oder auch der Gaumenmandeln (Tonsilitis), die mit Schwellungen der Schleimhäute und dadurch einer Einengung einhergeht, eine weitere auslösende Möglichkeit sind Krämpfe der Rachenmuskulatur.
Bei häufiger auftretendem Reverse-Sneezing ist der Gang zum Tierarzt auf jeden Fall sinnvoll, dieser kann zum einen mögliche andere Auslöser für röchelnde Atemnotanfälle (entzündete Zahnwurzeln, Herzerkrankungen, Fremdkörper im Nasen-Rachen-Raum, kollabierte Luftröhre, Allergien etc.) sicher ausschließen und zum anderen dem Besitzer zeigen, wie er den Schluckreflex auslöst, mit dem ein solcher Anfall meist beendet werden kann. Gut funktionierende Methoden ein akutes Reverse-Sneezing zu beenden, sind das kurzzeitige Verschließen der Nase des Hundes durch die Hand, das sanfte Massieren des Rachens von außen oder das Beklopfen der Vorderbrust des Hundes.

Mit dem Auslösen des Schluckreflexes wird die zum Rachen führende (intra-pharyngeale) Verbindung geöffnet und anschließend wieder geschlossen, womit meist die Periode der akuten Atemnot beendet ist. Das Reverse-sneezing steht, obwohl durch Auslösen des Schluckreflexes beendbar, nicht in einem Zusammenhang mit dem Schluckreflex, sondern wird durch ein davon unabhängiges, nicht rechtzeitiges Schließen der intrapharyngealen Öffnung ausgelöst. Das dann auftretende Reverze-Sneezing selbst ist ein Reflex, der auch beim Menschen vorhanden ist, allerdings weit geringer ausgeprägt als beim Hund.

Das Rückwärtsniesen kann bei Hunden aller Rassen und Altersschichten auftreten, gehäuft tritt es bei kleinen und kurzköpfigen (brachycephalen) Rassen und Junghunden auf. Manche Besitzer berichten von einem vermehrten Auftreten in freudigen Situationen, beispielsweise nach oder auch beim Fressen, Trinken oder Herumtoben. Möglicherweise wird bei einigen Hunden das Reverse-Sneezing auch zu einer Gewohnheit, einige Quellen geben dies zumindest als Möglichkeit an.

Mit freundlicher Genehmigung der Nothilfe für Polarhunde e. V.

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