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Neue Forschungsergebnisse zum Thema Kerion beim Hund kamen von italienischen Dermatologinnen. Das Kerion ist eine lokale Pilzinfektion mit Eiterbildung, die in der Lederhaut (Dermis) angesiedelt ist und an deren Oberfläche als knotige Veränderung sichtbar ist. Bislang war Stand der Wissenschaft, dass diese Veränderungen sowohl für andere Tiere wie auch Menschen infektiös sind und eine sichere Diagnose nur mittels einer histopathologischen Untersuchung mit Pilz-Spezialfärbung gestellt werden kann, da die Routine-Untersuchungen bei Verdacht auf Pilzinfektion wie Wood’sche Lampe, Trichogramm (Haarwurzel-Statusanalyse) und selbst Pilzkultur durch die Ansiedlung in der Lederhaut meist nicht greifen.
In ihre Untersuchungen bezogen die italienischen Wissenschaftlerinnen 23 Hunde ein, 12 von ihnen mit einem einzeln auftretenden Kerion, 11 mit mehreren an verschiedenen Stellen lokalisierten. Nicht unerwartet war bei allen die Untersuchung mit der Wood`schen Lampe negativ, mit der Haarwurzel-Statusanalyse konnte die Diagnose bei acht Hunden bestätigt werden und die Hautgeschabsel erbrachten in 12 Fällen einen positiven Befund (Nachweis von Arthrosporen und/oder Hyphen).
Untersucht wurde auch ein so genanntes Abklatschpräparat der betroffenen Hautregion, hierzu wird ein Objektträger vorsichtig auf die Haut aufgedrückt und nach entsprechender Aufbereitung unter dem Mikroskop untersucht. Hierbei konnten bei 21 der insgesamt 23 Hunde in Haarfregmenten oder frei Arthrosporen (Pilzsporen, die durch nicht sexuelle Vermehrung entstanden sind) sowie Anzeichen einer pyoranulomatösen Entzündung nachgewiesen werden. Bei den verbliebenen zwei Hunden konnte die Diagnose Kerion tatsächlich nur mittels histopathologischer Untersuchung gesichert werden.
Kulturell wurde bei 16 Hunden der Pilz Microsporum canis nachgewiesen, bei einem Hund Microsporum gypseum und sechs Kulturen waren negativ. Alle Hunde wurden mittels systemischer Antimykotika therapiert und galten nach 4 bis 8 Wochen als klinisch geheilt. In keinem der Fälle konnte eine Übertragung der Pilzinfektion auf den Menschen oder auf weitere im selben Haushalt lebende Tiere festgestellt werden.

Über Bakterien der Gattung Staphylococcus und deren häufig vorhandene Resistenzen gegen verschiedene gängige Antibiotika haben wir schon einige Male berichtet und haben nun eine brasilianische Studie zum Thema Staphylococcus und Augenerkrankungen gefunden. Bei 68 Hunden mit Erkrankungen des äußeren Auges wurden Proben entnommen und auf das Vorhandensein von Bakterien der Gattung Staphylococcus spp. untersucht. Bei insgesamt 40 Proben wurde Staphylococcus spp. gefunden, am häufigsten S. intermedius, sowie S. aureus, S.epidermidis und S. simulans. Ein Großteil der Erreger war gegenüber einem der gängigen Wirkstoffe resistent, es fanden sich auch Multiresistenzen. Bei den in der Studie isolierten Staphylococcus-Stämmen waren Ceftiofur und Cefalexin am wirksamsten. Die Wissenschaftler empfehlen für die Praxis bei Erkrankungen des äußeren Auges auch an eine bakteriologische Untersuchung mit Resistenztest zu denken.

Mit freundlicher Genehmigung der Nothilfe für Polarhunde e. V.

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