Leptospirose beim Hund oder die versteckte Gefahr in Pfützen

Bei steigenden Temperaturen steigt auch der Wasserbedarf. Diesem können Hunde ja relativ leicht Abhilfe verschaffen, in dem sie einfach ein bisschen Wasser aus der nächsten Pfütze schlabbern.
Doch gerade in diesen Pfützen und anderen kleinen stehenden Gewässern, findet sich oft eine hohe Anzahl von sogenannten Leptospiren. Diese können zu dem Ausbruch einer nicht ungefährlichen Krankheit führen, die sogar auf den Menschen übertragbar ist.

Was für Erreger sind im Spiel?

Leptospiren sind spiralförmige, bakterielle Erreger, die eine sehr variantenreiche Bakterienfamilie bilden. Und genau diese Vielfältigkeit macht sie zu einem zunehmenden Problem. Hat in der Vergangenheit der Impfschutz gegen die zwei häufigsten Hundeerreger genügt, werden in jüngster Zeit immer mehr Infektionen mit anderen Variationen dieser Bakterienart beobachtet.

Wie werden die Erreger übertragen?

Infizierte Tiere, darunter Hunde, Füchse und vor allem Ratten, geben die Erreger mit dem Urin ab. Die Bakterien können im feuchten Erdreich überleben und sammeln sich in Wasserpfützen und kleinen Tümpeln. Wenn ein Hund dann aus einem solchen Wasserloch trinkt, werden über die Schleimhäute die Bakterien aufgenommen. Von dort aus gelangen die Bakterien in die Blutbahn und werden in die Niere transportiert, wo sie sich vermehren und zu der Infektion führen.

Wie äußert sich die Krankheit?

Typische Symptome dieser Krankheit umfassen Appetitlosigkeit, Erbrechen und Fieber. Als Folge können die Tiere eine allgemeine Schwäche aufweisen, die mit Bewegungsarmut einhergeht.
Starker Durst und eine häufige Harnabgabe kann auf eine akute Nierenentzündung hinweisen. Und in manchen Fällen kommt es aufgrund eines Leberschadens sogar zur Gelbsucht.

Wie gefährlich ist diese Krankheit für Hunde?

Jüngere Hunde haben einen schwereren Krankheitsverlauf, und größere Hunde (> 15 kg) erkranken am häufigsten. Die Sterberate liegt immerhin bei ungefähr 10 Prozent! Dabei sind es gerade die Welpen, für die diese Krankheit tödlich verläuft.
Und wie oben aufgeführt gibt es neben den typischen Erregerformen immer mehr Subformen, die den Impfschutz umgehen können. Die Gefahr wird also zunehmend größer und macht auch vor regelmäßig geimpften Hunden kein Halt.

Wie kann eine Leptospirose verhindert werden?

Die Leptospirose- Impfung wird als grundsätzliche Schutzimpfung für alle Hunde empfohlen. Die Grundimmunisierung, mit mindestens zwei Impfungen in mehrwöchigem Abstand, kann ab der 8. Lebenswoche erfolgen. Danach sollten jährliche Auffrischungen durchgeführt werden. In manchen Gebieten ist eine erhöhte Gefährdung festzustellen, hier ist eine halbjährliche Auffrischung zu empfehlen.
Generell raten einige Fachmagazine, dass, solange noch kein breiterer Impfschutz vorhanden ist, die Impfung vorsorglich lieber alle 9 bis 10 Monate zu wiederholen.

Am besten ist es, Pfützen überhaupt zu vermeiden. Das ist natürlich nicht immer gänzlich umzusetzen. Aber je weniger Kontakt mit stehenden Wasseransammlungen zu Stande kommt, desto geringer ist die Gefahr der Ansteckung. Nehmen Sie also auf längeren Touren eine Flasche Wasser und einen kleinen Napf mit.

Welche Gefahr besteht für den Menschen?

Menschen können sich direkt durch den Kontakt mit infizierten Tieren, aber auch indirekt durch den Kontakt mit verseuchten Gegenständen anstecken. Der Krankheitsverlauf reicht von grippeähnlichen Symptomen bis hin zu schweren Leber-, Nieren-, und Gehirnschäden. Die Ansteckungsgefahr kann aber durch gewissenhafte Hygiene im Umgang mit einem infizierten Tier minimiert werden.

Fazit:
Das Vermeiden von Pfützen sowie eine regelmäßige Impfprophylaxe schützen nicht nur Ihren Hund, sondern auch Sie vor den gefährlichen Auswirkungen der Leptospirose!

Mit freundlicher Genehmigung der Npthilfe für Polarhunde e.V.

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