Sein Interesse an Asien beschränkt sich nicht auf den Buddhismus oder den Dalai Lama: US Schauspieler Richard Gere berührte die wahre Geschichte 

von Hachiko. Das Interesse beruhte bei den Filmhunden Chico, Layla und Forest auf Gegenseitigkeit.

 

Filmschauspieler drehen nicht gerne mit Hunden. Nicht weil die Vierbeiner unberechenbar wären. Sie stehlen den Menschen nur allzu leicht die Show. Selbst eine Größe wie Richard Gere hat es nicht einfach, gégen ihre Lebendigkeit an ´zuspielen. Hunde sind schließlich Meister im Erhaschen von Aufmerksamkeit. Normale Hunde jedenfalls.

Mit japanischen Akitahunden ist das Filmdrehen noch etwas schwieriger. Diese Rasse ist dafür bekannt, dass sie in ihren Gefühlsäußerungen zurückhaltend bis stoisch ist, sie gild als äußerst eigenwillig. Zugleich stehen Akitas in dem Ruf, außergewöhnlich loyal zu sein. Das ist genau der Stoff, aus dem die Geschichte von Hachiko gemacht ist: Sie erzählt von einem Hund, dessen Herrchen nach plötzlichem Herztod im Büro eines Tages nicht mehr heimkommt. Dennoch trottet das treue Tier je´den Abend zur Bahnstation, an der sein Herrchen Zeit seines Lebends auf dem Heimweg ausgestiegen war - zehn Jahre lang, bis zu seinem eigenen Tod.

Was wie die rührselige Phantasie eines Hollywood-Drehbuchautors klingt, ist eine wahre Geschichte. Zugetragen hat sie sich im Japan der 1920er Jahre. Zwei Jahre lang empfing der echte Hachiko sein Herrchen, den Professor Hidesaburo Ueno, jeden Abend vor dem Eingang der Shibuya-Bahnstation. Nachdem Ueno bei seiner Arbeit an der Universität von Tokio einem Herzanfall erlegen war, wurde Hachiko zu anderen Eigentümern gegeben. Von dort büxte das treue Tier immer wider aus und tauchte Abend für Abend an der Bahnstation auf, pünktlich zur Ankunftszeit des Zuges. Ein Student des Professors, der von dem Treue-Drama an der Bahnstation erfuhr, fand unterdessen heraus, dass Hachiko einer von dreißig Akita-Rassehunden in Japan war. Eine wertvolle Entdeckung, denn Akitas zählen zu den ältesten Haushunden der Menschheit. 1932 machte dann ein Zeitungsbericht den Akita-Hund der Shibuya-Station im ganzen Land bekannt. Die Japaner verehrten das Tier fortan als Inbegriff von Loyalität, einer Tugend, die im japanischen Kaiserreich hoch im Kurs stand. Im April 1934 wurde sogar eine Bronzestatue von Hachiko vor der Bahnstation errichtet  - im Beisein des bereits von der ganzen Nation verehrten Hundes, der im März des darauffolgenden Jahres starb. Wie  sehr Japaner Loyalität schätzen, zeigt sich, als die Statue während des Zweiten Weltkrieges wegen des hohen Metallbedarfs der Rüstungsproduktion eingeschmolzen wurde. Fans errichteten drei Jahre nach Kriegsende eine neue Statue am " Hachiko-Bahnausgang", wo sie bis heute steht.Als die Zeitung "Tokio Times" 2007 in einem Aprilscherz berichtete, das Denkmal sei gestohlen worden, reagierten die Japaner entsetzt - Hachiko ist ein nationaler Mytos. Seine Popularität verhalf den vom Aussterben bedrohten Akitas zu einem Revival.

Richard Gere indes musste von seinem Freund und Nachbarn, dem Regisseur Lasse Hallström, erst überzeugt werden, in dieser für ihn ungewöhnlichen Geschichte die Hauptrolle zu übernehmen - neben dem Hund. Teile des Films sind nämlich aus Hachikos Perspektive erzählt, in Schwarzweiß, mit bodennaher Kameraperspektive und speziellen Soundeffekten. Die Story wurde in eine US-Kleinstadt der Gegenwart verlegt, Gere spielt den Professor. Zwar war der Hollywood-Beau durchaus angerührt von der Geschichte, hegte aber auch Bedenken:" Akitas sind keine verspielten, sanften Hunde, deren Sympathie man sich nicht mit Leckerchen erkaufen kann", sagt Gere. " Entweder mögen sie einen von Anfang an oder sie mögen einen überhaupt nicht."

Für den Filmhundetrainer Mark Haden wurde der Dreh mit den drei erwachsenen Akitas Layla, Chiko und Forest sowie einigen Welpen zu einer der größten Herausforderungen seiner Laufbahn. " Die Hunde waren am Anfang total unmotiviert und haben sich herzlich wenig für mich interessiert." erzählt er. " Akitas machen meistens einfach, was sie wollen, wann sie es wollen, und sie machen es immer nur einmal." Nach einem Monat Training war Hader nahe dran aufzugeben. " Weder ich noch die Hunde hatten Spaß an dem, was wir da taten."Doch eines Tages kam der Durchbruch. " Es war, als wenn sich plötzlich ein Vorhang öffnet", erinnert sich Harden. Aus dem störrischen, lustlosen Chico beispielsweise wurde ein anhänglicher und folgsamer Freund.

Nach den Dreharbeiten zog Chico bei Mark Haden  zu hause ein. " Ich hab schon viele Haustiere gehabt, " erzählt der erfahrene Trainer. "Aber Chico ist völlig anders. Bei mir daheim sehr ich ihn eigentlich gar nicht als Haustier, sondern eher als einen Gefährten. Bei der Arbeit hingegen betrachte ich ihn dagegen als Partner. Da sind wir beide total aufeinander angewiesen, damit der Job auch klappt." An Tagen, an denen Harden ihn nicht mit zur Arbeit nimmt, sitzt Chico am Fenster, bis das Auto seines Herrchen außer Sichtweite ist, und kehrt pünktlich um  fünf Uhr am Nachmittag zurück, um ihn in Empfang zu nehmen. " Ich kann nur hoffen, dass ich nicht bei der Arbeit sterbe wie einst Professor Ueno",  sagt Haden. " Ich ahne schon, wie mein Chico sich in so einem Fall verhalten würde..........."

 

Filmstart 15. Oktober 2009

Hachiko Originaltitel : " Hachiko A Dog`s Story" , USA 2009

Prokino Verleih Genre Drama / Familienfilm Regie Lasse Hallström ( "Schiffsmeldungen", Gottes Werk und Teufels Beitrag", ) Hauptdarsteller Richard Gere , Joan Allen , Sarah Roemer  und Jason Alexander Dogs-Urteil herzergreifendes  Rührstück über die absichtslose Treue von Hunden  und ein grandioses Porträ t eines sympathischen Vierbeiners.

Mit freundlicher Genehmigung von Dogs-Magazin.de

 

 

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