Dies ist kein Weihnachtsmärchen.

Auch wenn die, die mein Frauen gut kennen jetzt den Kopf schütteln und sagen „Die Ampei veräppelt uns vor Weihnachten.“

Dies ist wirklich nicht der Fall ich erzähl hier die Wahrheit und nichts als die Wahrheit.

Pfote aufs Hundeherz.

Aber erst mal von Anfang an.

Mein Frauchen war massiv an einem Akitabuben als Zweithund dran. Doch es sollte nicht sein.

Ich hab mich schon wieder sicher gesehen meinen Platz als Alleinherscherin über Frauchen  im Hundekittel zu haben. Aber oft kommt es alles anders als man denkt und so standen wir eines schönen Sonntages mit Sohnemann, meiner Wenigkeit und den Beiden Erwachsenen vor dem Tierheim in Lahr.

Ich kann ja die Schilder nicht lesen, aber ich hörte gebelle, viel gebelle. Und der Sohnemann fragte mit großen Augen  „ Holen wir jetzt doch den Axo ?“ Frauchen und Herrchen schüttelten den Kopf und mehr konnte ich dann nicht hören, denn sie waren schon zu weit vom Auto entfernt. Nur einen freudiges „Jipi !“ Konnte ich vom Sohnemann noch erhaschen und dann waren sie in den Toren des Tierheimes verschwunden.

Ich blieb allein im Auto zurück. Fand ich auch viel beruhigender, denn so konnte ich mit Sicherheit behaupten meinen Plüschpopo in Sicherheit zu wiegen. Naja kann ich ja eh, denn Frauchen gibt nix her was sie sich mal an Tieren angeschafft hat. Bis zum bitteren Ende ist ihr Motto.

Aber wie gesagt sicher ist sicher, denn die Menschen ändern ja manchmal ihre Meinungen.

Und genau dies sollte ich bald am eigenen Leibe erfahren.

Nach einer langen Zeit. Zumindest empfand ich das so, denn an meinem Auto liefen so einige an netten Hundemänner durch die ich gerne begrüßt hätte, kamen meine Menschen mit strahlenden Gesichtern und einer Transportbox wieder aus dem Tierheim zurück.

Ich kann ja in meiner Hundebox nicht so richtig über die Sitze nach vorne schauen. Aber irgendwas war anders und machte komische Geräusche es roch auch irgendwie nicht nach zweitem Hund. „Man hab ich Glück, der Chefsessel ist mir sicher.“

Pustekuchen, denn kaum zu hause an gekommen sollte ich eines besseren belehrt werden.

Die Tochter die nicht mit gefahren war schaute erstaunt in die Transportbox und meinte „ Ist die süß !“ Mensch Leute macht mal Platz, ich will jetzt auch endlich da rein schauen ! Doch kaum hatte ich meine neugierige Nase in die Box gesteckt bekam ich auch schon mit großem gefauche  eine auf die Nase.  Ich glaub es nicht die haben einen Drachen aus dem Tierheim mit gebracht. Erst mal nahm ich Abstand von dem Ungetier doch im Auge hatte ich alles. Zu jeder Zeit. Die Transportbox wurde mit dem Fauchetier erst mal in das Zimmer vom Sohnemann getragen und dort die Box vorsichtig geöffnet. Doch nix geschah. Auch nicht als sich alle vom Zimmer in den Hausflur setzten. Ich glaub die hatten auch mega Angst vor dem Drachen.

Ich blieb mal bei meinem Frauchen in Sicherheit, welche ganz gespannt auf die Box blickte.  Doch es geschah nichts. Herrchen überlegte schon ob das Geburtstagsgeschenk für den Sohnemann wirklich das Richtige war ? Frauchen meinte das wird schon, der muss sich erst einleben. „WAS muss sich einleben Frauchen ?“

 Erst abends bewegte sich etwas in der Box. Ich durfte nicht mit ins Zimmer , aber die Tür blieb offen und ich konnte schauen was passiert.

Um sicher zu gehen das unser erstes Treffen nicht auch das letzte sein wird, wurde ich an die Leine genommen. Ja bin ich denn ein Drachenbekämpfer ?

Zum Vorschein kam dann aber kein Drache sondern ein ....

....kleiner Kater.

EIN KATER !

Hä ?

Ja Leute der ein oder andere denkt jetzt genau wie ich.

Frauchen mag doch gar keine Katzen ?!

Aber der Sohnemann wünscht sich seit Jahren schon so ein Schleichetier und seit 3 Jahren immer massiver. Nach langem überlegen haben die beiden großen Zweibeiner beschlossen ihm den Herzenswunsch zu erfüllen. Hätte mich da auch mal einer fragen können ?

 

Mich fragte aber keiner und so wurde aus dem kleinen Kater Uggi mein Hausgenosse Nevio.

Die erste Nacht war sehr ruhig, für mich. Nicht aber für den  Sohnemann der wurde nachts um drei von einem sehr wachen, neugierigen  und verspielten

kleinen Kater geweckt.

Da es leider schon Montag war musste der Sohnemann in die Schule und Frauchen und ich waren mit dem neuen Bewohner den Vormittag allein zu haus. Da Frauchen ja nicht mich an der Leine und eventuell den Kater halten konnte wurde ich mit der Leine ans Treppengeländer gebunden.

So konnte Frauchen mich und Nevio streicheln und ich konnte ihm nicht zu nahe kommen. Ja aus einem fauchenden Drachen wurde ein sehr vorsichtiges Kätzchen beim Anblick meiner ganzen Größe.

 

Die ersten Tage waren sehr aufregend und Nevio wurde immer neugieriger und mutiger. Ich fand Gefallen an seinem soooo lecker riechenden Katzenfutter und an seinen schnellen Bewegungen.

Doch Frauchen war immer da und so blieb alles friedlich. Nevio blieb die erste Zeit viel im Zimmer vom Sohnemann, um zu lernen dass dies SEIN Rückzug ist. Dort hatte er auch alles was so ein Katzenkind braucht. Hin und wieder durfte er dann auch in den Unteren Stock des Hauses um sich alleine, also ohne mich, umschauen zu können. Doch in den neuen Räumen fühlte er sich anfangs nicht wirklich sicher.

Wenn abends auch Herrchen da war durfte Nevio und ich uns im gleichen Raum aufhalten. Ich anfangs an der Heizung angebunden

der Kater frei.

So ging es die ersten paar Wochen. Erst als sich beide Zweibeiner sicher wahren das ich dem kleinen Kerl nichts mache durfte auch ich mich ohne Leine im Raum bewegen.

Aber nie ohne Aufsicht.

Nevio war mir nicht ganz geheuer und ich ihm.

Wir schauten immer wo der andere war aber mit großem Abstand zu einander. 

Wenn Herrchen und Frauchen zur Arbeit waren wurden wir jedoch wieder getrennt und Nachts schlief Nevio beim Sohnemann im Zimmer wo ich nicht rein kam.

Von Tag zu Tag wurde es aber besser ich lernte ihn kennen und einschätzen und er mich.

"OH hast du weiches Fell und so viel. Da will ich mich reinkuscheln."

Heute ist es fast 3 Wochen her das Nevio bei mir einzog und ich kann euch sagen es klappt super.

"Oh bist du groß !"

"Darf ich da auch rein  kuscheln  ?  Ist  doch  groß  genug  für  uns  beide."

Nevio schläft zwar noch immer im Zimmer vom Sohnemann, aber so soll es ja auch sein, denn er gehört ja auch ihm. Aber tagsüber wenn alle in der Schule und der Arbeit sind darf sich Nevio frei im Haus bewegen. Ich bin allerdings mit einem kleinen Schuhregal auf der Treppe daran gehindert in den zweiten Stock zu kommen und dies ist nicht nur eine Sicherheit dass der Kater mir entwischen kann falls ich ihn jage. Oh nein ! Dies ist eher eine Sicherheit dass ich nicht sein leckeres Katzenfutter weg fresse.

Ja Leute was soll ich euch noch erzählen  ? Mein Frauchen die über 44 Jahre immer gesagt hat „Katzen  ! Nein danke. So was will ich nicht  !“ Ist jetzt nur selten ohne dein kleinen Tiger auf dem Arm zu sehen. Ob sie Wäsche aufhängt oder auf dem Sofa sitzt der Kater ist immer dabei

und mein Frauchen ist ganz glücklich über diesen Zustand.

Tja so schnell ändern Menschen ihre Meinung, wenn sie  ein Katzenbaby von 10 Wochen in den Arm bekommen. Hi hi

Die Unsicherheit die bei und beiden Vierbeiner Anfangs da war ist heute so gut wie vergessen. Natürlich gibt es hier und da hin und wieder noch angespannte Situationen. Zum Beispiel wenn Nevio meint er müsse, wenn ich am fressen bin

in meinen Futternapf stehen damit er mit fressen kann.

DAS geht mal gar nicht und das hab ich ihm auch sehr deutlich klar gemacht. Oder wenn ich ihm zu nahe komme und er dies   jetzt gerade nicht so gut findet, dann kann er auch mal ausholen. Aber wir lernen uns kennen  und dies ist das Wichtigste.

Was aber viel wichtiger ist, ist das wir eine Menge Spaß schon mit einander haben.  Wenn Nevio seine 5 Minuten hat hoppst er immer durchs Haus. Meist nur einige Zentimeter an mir vorbei. Es ist so lustig, denn er springt seitlich wie ein Auto mit ABS. Wenn ich dann keinen Kopf hebe weil ich denke „ Man gib Ruhe!“ dann flitzt er mit einem fauchen schnell in ein Versteck. Ich glaub ich hör ihn da als kichern weil er sich so freut. Ein riesen Grinsen im Hundegesicht habe aber ich, wenn ich Nevio mit einem tiefen Wuff und nach vorne fallen zum spielen auf vordere. Leute echt ich kann schon fast nicht mehr bellen vor lauter Lachen. Es ist so witzig wenn ich das mache, weil Nevio dann immer mit großen Augen ganz schnell unter den Tisch flitzt.

„Ahhhhh ! HIIILFEEEEEE! Ampei frisst mich !“

„Ich mach doch nur Spaß. Will nur spielen. Hi hi „

Lustig ist auch, wenn die Maus mit Gummiband am Bügelbrett hängt weil Frauchen bügeln muss und nicht Pausenlos mit dem kleinen Katerle spielen kann. Nevio tobt dann Stundenlang daran rum und versucht die Maus zu fangen.

Wie kann man nur so lange sich mit solch einem Zeug beschäftigen ?

So wollte ich ihm mal zeigen wie man so etwas macht. Also Maus fangen, wegtragen und auseinander nehmen.

So war der Plan.

Doch kaum hatte ich dies in die Tat umsetzten wollen haperte es schon an der Ausführung die doofe Maus zu fangen.

Ich mein Leute fangt ihr mal nur mit einem Maul so ein olles Ding am Gummiband. Doch ich bin ja ein Jäger und so hatte ich nach einigen Versuchen die Maus sicher in meinem Maul. Doof war nur das ich nachgreifen wollte weil sie nur halb da rinn hing. Und schwupp die wupp schnäpperte das Gummiband wieder in seine ursprüngliche Länge zurück.

Also noch mal von vorne aber jetzt bekam ich sie nach etlichen Versuchen und einem lachenden Frauchen am Bügelbrett, endlich richtig zu fassen. Frauchen lachte sich kaputt und der Kater schaute doof

als ich versuchte die Maus weg zu tragen. Leute das ist echt eine Sauerei. Das Gummiband war bis auf den letzen Millimeter gespannt und ich kam nicht weg vom Fleck mit meiner Beute.

Wie ihr euch denken könnt geb ich nicht so leicht auf. Also versuchte ich stärker zu ziehen als das Gummiband. Und zwar genau in die Andere Richtung.  Man hab ich doof geschaut als die Maus mir aus dem Maul entwischte und wieder zurückschnäpperte zum Bügelbrett. Frauchen hat sich vor lachen gar nicht mehr ein bekommen und Nevio hat die Chance genutzt sich gleich auf die Beute zu stürzen.

Mit großen Augen und ohne Maus stand ich nun da.

Aber aufgeben war nicht. So wartete ich bis Nevio mal kurz von der Maus ab lies und schnappte diese mir wieder. Naja nicht ganz so schnell bekam ich sie zum schnappen. Aber Nevio wartete geduldig bis ich mal eine Sekunde nicht aufpasste und schnappte mir die Maus wieder vor der Nase weg.

Da klau ich mir doch lieber seinen Wollball der hängt NICHT an einem Gummiband.

Grins

 

Weitere spannende Geschichten von mir und dem Stubentiger Nevio findet ihr bestimmt bald wieder hier.

Aber bis da hin wünschen wir euch....

 

 

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